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Koppen / Krippensetzen! Das Koppen ist eine Verhaltensstörung bei Pferden. Koppen zählt wie z.B. das Weben zu den Stereotypien. Stereotypien sind ständig wiederholende Verhaltens-Bewegungsmuster. Man unterscheidet je nach Erscheinungsbild zwischen Aufsetz- und Freikoppen. Koppen bei Pferden gehört zu den Gewährsmängeln und kann den Wert eines Pferdes deutlich herabsetzen. Tierhalter erleben häufig eine schwere Zeit, wenn Ihr Pferd plötzlich mit dem Koppen beginnt. Plötzlich
soll das Tier getrennt in einer abgeschiedenen Box stehen, wo sich andere Pferde
dieses Verhalten nicht „abgucken“ können und selbst der Weidegang wird bei
Freikoppern in einigen Ställen mit der selben Begründung zur Einzelhaft. Es gibt
wohl kaum ein Thema bei Pferden, das mit so wenig Sachverstand betrachtet wird, wie
dieser Bereich. Die weitverbreitete Annahme, andere Pferde würden dieses Verhalten
imitieren, ist in keiner Weise haltbar. Eine Isolierung der betroffenen Pferde ist
daher grundsätzlich das Falscheste, was man zur Lösung des Problems unternehmen
kann. Der Ablauf bei einem Koppvorgang ist in der Regel immer identisch:
In
beiden Fällen spannt das Pferd die unteren Halsmuskel an. Bedingt durch diese
Muskelkontraktion werden der Zungengrund und Kehlkopf herunter gezogen, der
Schlundkopf erweitert sich und es kommt zu einem Unterdruck im Bereich der Speiseröhre. Die
Speiseröhre wird durch den Unterdruck erweitert, Atemluft gelangt über den Schließmuskel
am Kehlkopf in die Speiseröhre. An diesem Schließmuskel entsteht auch durch die
einströmende Luft der typische, an Rülpsen erinnernde Kopperton. Häufig ist Langeweile als Auslöser für das Koppen zu betrachten. Pferde mit wenig Auslauf und mangelndem Kontakt zu Sozialpartnern neigen eher zum Koppen als Pferde, welche regelmäßig trainiert und belastet werden. Als weiterer Grund steht auch eine Fütterung mit minderwertigem Futter im Zusammenhang, gerade dann, wenn zu wenig Rauhfutter gefüttert wird. Einstreu auf Spänen in der Box ohne Gaben von Heu oder Stroh können unter Umständen auf Dauer zum Koppen führen. Stroh
als Einstreu führt unter Anderen zu einer Beschäftigung des Pferdes, vorausgesetzt,
es sprechen keine gesundheitlichen Gründe dagegen. Wird der Anteil an Rauhfutter im
Verhältnis zum Kraftfutter erhöht, verlängern sich die Fresszeiten. So kann sich
das Pferd einen größeren Teil des Tages mit dem Fressen beschäftigen. Alls weitere Ursache sind ebenfalls Faktoren des Erbguts für das Koppen bekannt geworden. Kaltblutpferde und Ponyrassen werden weniger oft zu Koppern als Araber und Vollblüter. Bei einigen Vollblut-Hengstlinien beträgt der Anteil an Koppern bis zu 35%, im Gegensatz zu ca. 10% bei anderen Rassen. Bei Fohlen kann man zum Teil das typische Krippenwetzen beobachten, welches allerdings vom Koppen unterschieden werden muss. Oftmals sind die Gründe dafür, das ein Pferd mit dem Koppen beginnt, Änderungen im Leben des Pferdes, Umstellung der Haltungsbedingungen, Bewegungseinschränkung und Isolation, u.a. auch das Aufsetzen während der Sattelgurt festgezogen wird. Ich
meine, die Tiere drücken durch ihre Verhaltensauffälligkeit, auf eine völlig
unkompensierte Art, einfach ihre innere Anspannung, ihren Streß oder ihre Bedürftigkeit
aus. Es kommt
vor, dass allein das Ausmisten der Box bei einem Pferd zum Koppen führt, oder die
Tiere beginnen damit beim Putzen oder Satteln. Sehr oft kommt als Auslöser die Gabe
von Leckerbissen oder besonders begehrten Futtermitteln in Frage. Durch
das Koppen wird die untere Halsmuskulatur stark ausgebildet, bei Aufsetzkoppern kommt
es zu einer stärkeren Abnutzung der oberen Schneidezähne. Ob es in Folge des
Koppens zu einer verminderten Aufnahme von Futtermitteln und dadurch auch zu Koliken
kommen kann, ist nicht stimmig nachgewiesen, wird aber in Betracht gezogen. Grundsätzlich
sollten bei einem Kopper die Haltungsbedingungen überprüft und gegebenenfalls verändert
bzw. verbessert werden. Zu vernünftigen Haltungsbedingungen gehören viel Bewegung
auf der Weide, ausreichender Kontakt zu anderen Pferden und eine ausgewogene Ernährung. Verschiedene Maßnahmen können ergriffen werden, um das Tier vom eigentlichen Koppen abzuhalten. Oft wird ein Kopperriemen verwendet, welcher aber bei dem Pferd Schmerzen verursacht. Ein chirurgischer Eingriff (ziemlich blutig), bei welchem die untere Halsmuskulatur teilweise durchtrennt und somit in ihrer Funktion eingeschränkt wird. Mit solchen Vorgehensweisen verhindert man zwar das Koppen, man beseitigt aber nicht die eigentliche Ursache des Problems.
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© 2009 Hartmann
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