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Die Verdauung

Ihr seht Euer Pferd fressen und trinken, es strahlt und kotet, vielleicht ist auch mal ein
kullerndes Geräusch im Bauch zu vernehmen.
Aber wie verarbeitet das Pferd seine Nahrung ?

Das Bild zeigt das sogenannte Verdauungs- und Ausscheidungssystem eines Pferdes:

1

Speicheldrüsen

7

Bauchspeicheldrüse

13

Schneidezähne

2

Rachenhöhle

8

Niere

14

Hakenzähne

3

Speiseröhre

9

Dickdarm

15

Zunge

4

Leber

10

Mastdarm

16

Maul

5

Magen

11

After

17

Backenzähne

6

Milz

12

Dünndarm

 

 

Pferde sind Pflanzenfresser. Es besitzt kräftige Lippen,mit denen es sein Futter greift.
Man kann also sagen, die Lippen sind die Finger des Pferdes.
Diese Lippen sind sehr empfindlich und beweglich, beweglicher als jedes andere 

Körperteil. Mit seinen Lippen kann ein Pferd schon sehr genau sein Futter unterscheiden.

Gehen wir jetzt mal davon aus, daß unser Pferd da oben auf der Weide steht und in aller Ruhe grast.
Mit seinen Lippen ergreift es das Gras und hält ein Büschel davon fest. 
Mit den zwölf Schneidezähnen (13) wird das Gras nun abgerupft und von Zunge (15) zu den 24 Backenzähnen (17) befördert. 
Mit den Backenzähnen zermalmt unser Pferd das Futter zu kleinen Stücken. Während des Kauens sondern die Speicheldrüsen (1) den Speichel ab.

Dieser Speichel enthält chemische Stoffe (Säuren), die dem Pferd helfen, das Futter besser bis in den 
Magen (5) und von dort in die Därme zu bekommen. Fehlt der Speichel, kommt es zu Problemen mit 
der Verdauung.

Der nächste Weg des Futters geht durch die Speiseröhre (3) in den Magen (5). Pferde besitzen einen 
kleinen Magen, seine Form erinnert an eine Bohne.
Am Eingang zum Magen sitzt ein kräftiger Muskel. Dieser Muskel schließt den Zugang der Speiseröhre 
zum Magen, sobald der Magen zu stark gefüllt ist. Daher können Pferde, die sich überfressen haben,  
nicht erbrechen.

Im Magen wirken vor allem zwei Stoffe: Salzsäure und Pepsin, zusammen Magensaft genannt. Mit ihrer 
Hilfe wird das Eiweiß aus dem Futter herausgelöst, man sagt dann: Das Eiweiß wird abgespaltet. 
Das Eiweiß gelangt also aus dem Magen heraus in den Körper des Pferdes.

Nach dem Magen gelangt das Futter in den Dünndarm (12). Hier arbeiten die Mikroorganismen, um Zucker, Stärke, Eiweiße und Fette aus der Nahrung zu holen.
Hierzu werden sogenannte Enzyme benötigt, welche in der Bauchspeicheldrüse (7) produziert werden. 
Die Nährstoffe gelangen über die Schleimhaut des Dünndarms in den Organismus. Etwa zwei Drittel der 
in der Nahrung enthaltenen Proteine und etwa ein Drittel der verdaulichen Nahrung werden hier im Dünndarm verarbeitet.

Nach dem Dünndarm folgt der Dickdarm (9). Dieser besteht aus vier Teilen. Hier wird alles, was im Magen und Dünndarm nicht verdaut wurde dem Futter entzogen und dem Körper zugeführt.

Für alle, die es etwas genauer wissen wollen:

Die im Futter enthaltene Zellulose wird durch Mikroorganismen im Dickdarm aufgespalten. Hierbei entstehen unter anderem flüchtige Fettsäuren. Diese Fettsäuren sind die eigentliche Energiequelle des Pferdes. 
Die Mikroorganismen bestehen hier hauptsächlich aus einzelligen Kleinlebewesen, den Protozoen, und 
verschiedenen Bakterienstämmen.

Die Verdauung im Dickdarm dauert am längsten, man kann sagen, daß mehr als dreiviertel der gesamten 
Verdauungszeit auf den Dickdarm entfallen.

 Zuletzt erreicht die aufgenommene Nahrung den Mastdarm (10). In den Mastdarm gelangen alle unverdaulichen Bestandteile des Futters. Diesen Bestandteilen wird hier das Wasser entzogen, das heißt, die Reste werden eingedickt.
Im Mastdarm gibt es eine kleine Ausbuchtung, Colon genannt. Im Colon wird der Kot zu seinem typischen apfelähnlichen Aussehen geformt.

Die Ausscheidung erfolgt dann über den After (11).
Im allgemeinen setzt ein gesundes Pferd etwa alle 30 bis 90 Minuten Kot ab. Die Häufigkeit hängt dabei von der Art des Futters, vor allem seinem Wassergehalt, und auch von der Belastung des Pferdes ab, ebenso wie die Menge, welche an Kot abgesetzt wird.

 

 

 
 © 2009 Hartmann
Stand: 24. Februar 2009