Home Nach oben Inhalt Forum Links Wetter Bilder Awards

Bewegungsapparat

 

Nach oben
Fohlenlähme
Greifen
Huferkrankungen
Lahmheiten
Satteldruck
Spat
Streifen
Rücken
Überbeine




shopping

 

Reisen online buchen bei Neckermann UrlaubsWelt

D2 Online Shop

5 Bücher gratis!

 

 

LAHMHEITSUNTERSUCHUNG

 

Lahmheit ist definiert als jede Veränderung im normalen Bewegungsablauf des Pferdes.

Rasche Untersuchung bei den ersten Anzeichen und die der folgenden Diagnose entsprechende Therapie können kleine Probleme schnell lösen und größere vermeiden helfen.
 
Individuelle Vorgangsweisen unter den Tierärzten sind möglich, ein gewisser Ablauf sollte aber immer gegeben sein.
 
Als erstes wird die Vorgeschichte des Pferdes im allgemeinen und zu dieser Situation im besonderen vom Besitzer / Reiter / Trainer gezielt erfragt.
 
Daraus folgt, dass bei einer Lahmheitsdiagnostik unbedingt ein mit dem zu untersuchenden Problem Vertrauter anwesend sein muss.
 
Nach der Untersuchung im Stehen wird das Pferd in der Bewegung begutachtet. Je nach Notwendigkeit kann dies freilaufend in einem Longierzirkel, an der Hand, an der Longe und/oder unter dem Sattel stattfinden. Zumeist wird auf hartem Untergrund bewegt, es kann aber auch bei verschiedenen Verdachtsmomenten ein weicher Boden nötig sein.
 
Beurteilt werden die Regelmäßigkeit von Schrittlängen, Fußungsabläufe, Steifheit, Gewichts- verlagerungen, Kopf- und Schweifbewegungen in Abhängigkeit von der jeweiligen Gangart.
 
Das Abtasten von Muskeln, Sehnen und Gelenken soll Schmerz, Wärme, Schwellungen oder andere Abnormitäten erforschen helfen.
 
Mittels der Hufzange wird der Zustand des Hufes und im besonderen der Sohle in Bezug auf Schmerz untersucht.
 
Beugeproben, das Abbiegen eines oder mehrerer Gelenke über einen bestimmtem Zeitraum zur Provokation von Schmerz und das anschließende Vortraben um Veränderungen in der Bewegung im Vergleich zum vorherigen Vortraben zu sehen, sind immer Bestandteil der Diagnostik.
 
Im Verdachtsfall sind weitere Untersuchungen, die etwas mehr Erfahrung des Untersuchers und oft auch aufwendigere technischen Hilfsmitteln  verlangen, notwendig.
 
Verdächtige Regionen können mittels diagnostischer Infiltration von lokal wirkenden, schmerzhemmenden Medikamenten dahingehend gezielt untersucht werden. Geht das Pferd nach dieser Injektion besser als vorher, so dürfte eine schmerzhafte Veränderung in dieser Region vorliegen.
 
Wenn das Gebiet nicht gleich genau eingeschränkt werden kann, sollte die Untersuchung am Huf beginnen und Stück für Stück nach oben fortgesetzt werden, bis eine Besserung festgestellt werden kann. Jede einzelne Aktion kann aber immer erst nach Abklingen der lokalen Anästhesie in der darunter liegenden Region sinnvoll durchgeführt werden. So kann diese Prozedur ohne weiteres einige Zeit in Anspruch nehmen.
 
Röntgen für knochendichte Strukturen, Ultraschall für Sehnen und Muskeln, Arthroskopie, das "Hineinschauen in ein Gelenk", unter chirurgisch - sterilen Bedingungen sowie Gelenksflüssigkeits- oder Blutuntersuchungen im Labor runden das Bild der diagnostischen Möglichkeiten ab.
 
Aus all dem geht hervor, dass eine exakte Lahmheitsuntersuchung ohne weiteres einige Stunden in Anspruch nehmen kann. Der Ablauf ist so angelegt, dass jede Untersuchung auf den zuvor gemachten Ergebnissen aufbaut. Je genauer die klinische Untersuchung mit Ohren, Augen und Händen ist, umso länger kann sie dauern, aber dadurch auch unter Umständen den teuren Einsatz von technischen Hilfsmitteln auf das tatsächlich notwendige Maß reduzieren.
 
Lahmheiten beginnen häufig eher unauffällig. Wenn sie in diesem Stadium schnell diagnostiziert und behandelt werden, sind sie oft mit relativ einfachen Methoden zu therapieren. Unkritisches Zuwarten verschlechtert meist den Zustand und verlängert die Heilungsphase. Häufig entstehen aber auch irreparable Schädigungen, die die weiter Verwendung des Pferdes ernstlich in Frage stellen oder ganz verhindern.
 
Akute Lahmheiten, wie das plötzliche Stehen auf drei Beinen, hochgradige Sehnenschwellungen oder plötzliche Schmerzhaftigkeit im Rücken sind sofort ruhig zustellen und einer tierärztlichen Untersuchung zuzuführen. Prüfen Sie vor und nach dem Reiten die Beine und Gelenke Ihres auf Erwärmung und Schwellungen. Berühren Sie immer zuerst das gesunde Bein, Temperaturunterschiede sind so leichter zu ermitteln.

Ihr Tierarzt kommt entsprechend ihrer telefonischen Angaben rasch und verhindert unter Umständen schlimmere Verletzungen, jedenfalls aber hilft er ihrem Partner Pferd in dieser schmerzlichen Situation gezielt.

 

 

 

 © 2009 Hartmann
Stand: 03. Okt 2009