Home Nach oben Online Markt Inhalt Links Wetter Bilder Awards

Botulismus

 

Nach oben



shopping

 

Reisen online buchen bei Neckermann UrlaubsWelt

D2 Online Shop

5 Bücher gratis!

 

Botulismus        

Botulismus ist eine schwere, lebensbedrohliche Futtermittelvergiftung und keine ansteckende Erkrankung. Er wird durch den Verzehr von verdorbenen Futtermitteln, die das Botulinumtoxin enthalten, ausgelöst. Dieses Botulinumtoxin wird von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet. Die Beschwerden der Pferde beruhen auf der Hemmung der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln und äußern sich als Lähmung der betroffenen Muskelgruppen. Die Behandlung umfasst die Beseitigung des Botulinumtoxins aus dem Körper, die Gabe eines Gegengiftes sowie die symptomatische Therapie. Seit Einführung des Gegengiftes ist die Sterblichkeit, die früher bei bis zu 90 % lag, deutlich zurückgegangen. 

Clostridium botulinum
Clostridium botulinum

 

Allgemeines

Unter Botulismus versteht man eine Lebensmittelvergiftung, die durch das Botulinumtoxin verursacht wird. Die Bezeichnung Botulismus ist von dem lateinischen Wort botulus abgeleitet, was soviel wie Wurst bedeutet. Wurst war früher besonders oft mit Botulinumtoxin verunreinigt. Unter einem Toxin versteht man einen Giftstoff, der von Mikroorganismen, wie z.B. Bakterien, aber auch von Pflanzen oder Tieren gebildet wird und nach einer bestimmten Inkubationszeit eine spezifische Wirkung zeigt. Das Botulinumtoxin ist ein Neurotoxin, es wirkt also spezifisch schädigend am Nervensystem. Durch das Botulinumtoxin wird die neuromuskuläre Übertragung, also die Übertragung eines Nervensignals auf eine Muskelzelle, blockiert. Die Folge ist eine schlaffe Lähmung des betroffenen Muskels. Das Botulinumtoxin gehört zu den stärksten bekannten Giften. Bereits 0,1 Mikrogramm, das sind 0,0001 mg, sind z.B. für den Menschen tödlich!

 

Historisches

Botulismus wurde erstmals 1820 von Justinus Kerner anlässlich einer Epidemie beschrieben, die durch den Verzehr von verunreinigter Wurst verursacht wurde. Erst 1897 gelang van Ermengen die Isolation des Botulinumtoxins. 

Erreger

Botulismus entsteht als Folge der Einwirkung des Botulinumtoxins auf den menschlichen oder tierischen Organismus. Das Botulinumtoxin wird von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet.

Clostridium botulinum ist ein grampositives, sporenbildendes stäbchenförmiges Bakterium, das zur Familie Bacillaceae gehört. Andere Vertreter dieser Familie, die durch Toxinbildung lebensgefährliche Erkrankungen auslösen können, sind z.B. Clostridium perfringens (Gasbrand), Clostridium tetanie (Tetanus) oder Bacillus anthracis (Milzbrand). Die Sporen von Clostridium botulinum kommen weltweit vor. Sporen dienen der Erhaltung, Verbreitung und Vermehrung der Clostridien.

Es gibt verschiedene Typen von Clostridium botulinum.  Clostridium botulinum ist ein obligat anaerobes Bakterium. Dies bedeutet, dass es nur bei Abwesenheit von Sauerstoff lebensfähig ist und Toxine bilden kann.


Ursache:

Keime (Giftstoffe) werden im Erdboden, im Schlamm von Gewässern sowie in Futter- und Lebensmitteln gebildet. Die Erreger werden vom Pferd mit dem Futter aufgenommen.
Verdorbene Futtermittel, faulige Rübenschnitzel, verdorbene Silage oder muffiges Heu können zu Vergiftungen führen.
Tote Tiere in der Silage und Verunreinigungen durch Ratten und Mäuse. Nach oraler Aufnahme des verunreinigten Futters gelangt das Gift in den Dünndarm des Pferdes.


Anzeichen:

Meist erkrankt nicht nur ein Pferd des Bestandes
Störungen des Nervengewebes. Das Pferd zeigt Lähmungen der Zunge, Gesichtslähmung, Schluckbeschwerden, Schweiflähmungen, Muskelzuckungen, Bewegungsstörungen, Atemlähmung
Im Endstadium leiden die Tiere unter zunehmender Atemnot, die schließlich zum Tode führt.


Maßnahmen:

Nur eine sehr früh eingeleitete Behandlung ist sinnvoll. Die Therapie konzentriert sich auf die Neutralisierung des Giftes mit einem Antitoxin. Da die Pferde zunehmend weniger trinken,
ist, um eine Austrocknung zu vermeiden, unbedingt via Tröpfler das Pferd mit Wasser und
Mineralien zu versorgen. Tränke bis oben füllen und prüfen, ob das Pferd säuft (sollte man 
generell immer prüfen!)


Vorbeuge:

Es sollte dafür peinlichst darauf geachtet werden, dass Verunreinigungen im Futter vermieden wird.
Lieber einmal mehr ein verdächtiges Futtermittel vernichten, als einmal zu wenig. Gerade bei Silage
ist Schimmel ein Indiz dafür, dass unter Umständen ein Tierkadaver mit verarbeitet wurde oder aber
die Hülle des Ballens beschädigt wurde. Aber auch bei Schimmelbefall sowieso unbedingt den 
gesamten Ballen vernichten!

 

 


 © 2009 Hartmann
Stand: 03. Okt 2009