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DIE HAUT-
das grösste Sinnesorgan des Körpers
Die Haut ist das größte
Stoffwechselorgan des Körpers. Sie dient dem Stoffaustausch mit der Umwelt und
ist gleichzeitig die erste Barriere gegen äußere Einflüsse auf den
Organismus. Weiter ist sie für Thermoregulation mit Hilfe der Schweißdrüsen
verantwortlich. Sonnenstrahlen, fremde,
chemische Substanzen, Pilze, Bakterien, Viren, Parasiten und nicht zuletzt
Fremdkörper wirken schädigend auf die Haut und das Haarkleid ein. Erste Barriere ist das
Haarkleid. Darunter wirken die verhornenden Hautsubstanzen (Keratin) und
Pigmentstoffe als Filter. Darunter wirken schließlich die Schweißdrüsen,
Blut- und Lymphgefäße als Hilfe gegen extreme Temperaturschwankungen und das
Eindringen von Infektionen. Selten sind Hautkrankheiten
lebensbedrohlich, auf Grund ihres äußeren Erscheinungsbildes fallen sie aber
meist sofort auf. Häufig wird ihr Auftreten mit mangelnder Pflege und Hygiene
verbunden. In erster Linie werden aber Allgemeinbefinden und Leistungsfähigkeit
negativ beeinflusst. Oft ist die Haut aber auch
Ausdruck innerer Organe und deren Störungen. Entsprechend der Vielfältigkeit
ihres Aufgabengebietes ist auch die Diagnostik bestehender Veränderungen sehr
oft schwierig. Auch die systematische Gliederung macht Schwierigkeiten. Oft sind Hautveränderungen
als Syndrome, also als ein Komplex von verschiedenen Ursachen und Auswirkungen,
zu bezeichnen. Wesentlich ist ein
umfangreicher Vorbericht des Besitzers oder Betreuers:
Zur Therapie ist es, wie bei
allen medizinischen Problemen, notwendig die eigentliche Ursache zu finden. Dazu
stehen, abhängig von den Veränderungen, verschiedene Hilfsmassnahmen
zur Verfügung:
Spezielle Laboratorien können,
je nach Fragestellung, Proben auswerten und Fragen nach den Ursachen
beantworten. Veränderungen in der Haut führen
zu vermehrter Durchblutung – eine Entzündung tritt auf und die vermehrte
Produktion von Histaminen führt zu dem so unbeliebten Juckreiz- oft erstes
Zeichen einer Hautproblematik. Pilze
sind einer der häufigsten Auslöser. Sie setzen sich im obersten Abschnitt der
Haut fest. Die Haare brechen an der Basis ab. Anschließend entstehen vorerst
millimeterkleine, oberflächliche haarlose Stellen mit Hautveränderungen.
Juckreiz und das daraus resultierende Scheuern und Kratzen vergrößern diese Läsionen. Das größte Problem bei
Pilzinfektionen ist die große Kontagiosität. Die Pilze werden durch Kontakt übertragen.
Putzzeug, Decken und Personen übertragen die Pilzsporen sehr leicht. Im Stall
geht die Ausbreitung relativ leicht und schnell.
Daneben ist die Behandlung
oft recht langwierig. Die die befallenen Hautpartien nicht oder nur sehr
schlecht durchblutet sind, ist mit Medikamenten über die Blutbahn kaum etwas zu
erreichen. Bleibt nur die lokale Therapie mit Waschungen, Sprays und Salben. Am
wichtigsten ist aber die Separierung von den anderen Tieren inklusive Personal,
Ausrüstung und Putzkoffer. Zielführend ist nur konsequente und langanhaltende
Behandlung. Bakterien
sind häufig im Gefolge andere Hauterkrankungen zu finden. Antibiotika führen
normalerweise zum Erfolg. Das Grundübel muss allerdings auch erkannt und
behandelt werden. Viren sind vor allem bei der sogenannten Papillomatose
Auslöser. Kleine Warzen, meist auf dünner Haut, werden durch blutsaugende
Insekten von Tier zu Tier übertragen. Eine spezielle Form von Warze
ist das sogenannte Equine - Sarcoid. Es ist dies eine lokal begrenzte,
krebsartige Veränderung der Haut. Manchmal fallen diese Warzen von alleine ab.
Oft stören sie nur optisch. Wenn sie aber an ungünstigen Stellen auftreten –
Augenumgebung oder Sattelgurtbereich – sollten sie chirurgisch entfernt
werden. Es ist aber, ähnlich wie bei Krebs, mit Rezidiven an anderen Stellen zu
rechnen.
Hautparasiten
wie Räude oder Läuse sind relativ selten. Meist sitzen sie am Ansatz der
langen Körperhaare. Langes Winterfell begünstigt das Auftreten dieser
Parasiten. Die Diagnose erfolgt über Laboruntersuchungen von Haut und Haaren.
Die Therapie erfolgt mit entsprechenden, hochwirksamen Arzneimittel. Die Räude
des Pferdes ist extrem selten. Sie ist vom behandelnden Tierarzt beim
Amtstierarzt zu melden. Allergie
ist definiert als überschiessende Reaktion auf eine kleine Ursache. Der Körper
reagiert auf einen auslösenden Reiz übersensibel. Speziell im Frühjahr und im
Sommer sind Mücken und Stechfliegen die größten Probleme für das Pferd auf
der Weide. Das oft diskutierte Sommerekzem ist eine spezielle Form von
Allergie. Je nach lokalem Klima – Feuchtigkeit fördert bekanntlich das
Auftreten dieser Parasiten – ist das Auftreten und die Problematik unterschiedlich.
Oft hilft es schon die Weidezeit in die Nachtstunden zu verlegen. Futterzusätze
und diverse Sprays helfen nur selten. Abhilfe bringt letztlich nur das Meiden
stark belasteter Futterplätze - und hier vor allem in der Dämmerung. Speziell beim Sommerekzem
kann eine frühzeitige Vorbeugebehandlung im Januar und Februar z. B. mittels
Akupunktur das Auftreten verzögern oder ganz verhindern. Gallen,
speziell im Bereich der Sattellage sind Verdickungen der mittleren
Hautschichten, speziell im Bereich vermehrter Druckbelastung. Sie sind als
Ausdruck mangelhafter Sattelanpassung zu sehen. Mauke
ist eine spezielle Form von eitrig – entzündlicher Veränderung der Haut im
Bereich der Fesselbeuge. Ursache sind feuchte Aufstallung, mangelnde Hygiene und
Besiedelung der primär veränderten Hautpartien mit relativ therapieresistenten
Keimen. Änderung der Aufstallung ist eine erste und unbedingt notwendige Maßnahme.
Bei bakterieller Besiedelung kann nur eine Tupferprobe mit Keimbestimmung und
Antibiotikaresistenztest helfen. Die Behandlung kann langwierig sein und ist nur
bei entsprechender Konsequenz zielführend. Überhaupt ist die Therapie
nur erfolgversprechend, wenn die Ursachen von diversen Hautproblemen
festgestellt und im Anschluss abgestellt werden können. Kortison mindert den
Juckreiz. Es unterbricht damit den Teufelskreis von Jucken- Kratzen- Entzündung-
Jucken usw., es beruhigt das übersensibilisierte Immunsystem, ist aber kein
Therapeutikum für sich alleine. Futterzusätze, Salben, Sprays und was sonst
noch am lukrativen, aber medizinisch nicht sinnvollen Markt, angeboten wird,
helfen ohne exakte Diagnose nur einem – dem Verkäufer. Und die exakte Diagnose
stellt nur ihr Tierarzt gemeinsam mit spezialisierten Laboratorien.
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© 2009 Hartmann
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