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Hufeisen

 

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Einschränkungen des Hufmechanismus durch Hufeisen

Die oben genannten Funktionen des Hufes werden durch Hufeisen stark beeinträchtigt.  Eine   Spreizung  der  Kapsel  ist   kaum  noch  möglich (diese findet nicht nur im Bereich  nach der weitesten Stelle statt, sondern beginnt schon am Zehenmittelpunkt!), daher wird der Huf nur mangelhaft durchblutet, was zu schlechter Hornqualität führt. Das Schmerzempfinden (wie überhaupt jegliches Empfinden!) wird ebenfalls stark eingeschränkt,da die Nerven unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden. Mit Eisen rollt der  Huf nicht mehr über  das Puffersystem ab, sondern nur noch über hartes, nichtfederndes Metall. Daher kann mit Hufbeschlag zwar zeitweise Schmerzfreiheit, nie aber eine Heilung erreicht werden.

Der vielzitierte Beweis kehrt sich ins Gegenteil. Wenn der Tragrand des Hufes wirklich auf dem Schenkelende des Eisens hin- und herscheuern würde, so könnte sich niemals eine so spitzwinkelige Scheuerstelle bilden.       
Bei Wachstum des konischen Hufes, wirkt sich der Beschlag, gerade an der weitesten Stelle, wie ein Schraubstock aus, der sich langsam aber sicher immer enger macht. Die Seitenwände drücken von Aussen auf die Hufbeinäste, Das Sohlenhorn drückt von Unten auf die Unterseite der Hufbeinäste und Richtung Hufrollengegend!!! Dieser Umstand ist neben zu langen, drückenden,Eckstreben und zu langen Trachten einer der Hintergründe für die so gefürchtete Hufrollenerkrankung!!!
  Sagittalschnitt an der weitesten Stelle des Hufes und Bewegung ohne Eisen

 

1984 ließ die Schweizer Kavallerie an der vet. - med. Fakultät der Universität Zürich Untersuchungen über den Einfluß des Beschlages durchführen: Der Stoß, welcher den lebenden mit Eisen armierten Huf vom harten Untergrund her trifft, ist 10 bis 33 mal stärker als beim unbeschlagenen Pferd. Die Nachvibration in der Hornkapsel durch die Eisenschwingungen beträgt etwa 800 Hz gegenüber "nur" 150 Hz bei Gummibeschlag.

Stoßdämpfung und Blutpumpe können auch beim unbeschlagenen Pferd stark beeinträchtigt sein, wenn die  Hufform  und -stellung nicht in Ordnung ist und/oder der Huf zu wenig elastisch ist (das Hufhorn muss viel Wasser enthalten, Wandhorn etwa 20%, Strahlhorn sogar 50%!).

Umstellung von Hufeisen auf Barfußgehen bzw. Änderung von Hufform und -stellung

Mögliche Schwierigkeiten:

Zu weiches Hufhorn nach Abnahme der Eisen

Die Härte des Hufhorns wird durch den Boden bestimmt, auf dem das Pferd die meiste Zeit läuft. Hufhorn wächst etwa 1 cm pro Monat. Daher dauert es ungefähr 10 - 12 Monate, bis das wegen der vorherigen Mangeldurchblutung "schlechtere" Horn herausgewachsen ist. Hält sich das Pferd  während dieser Zeit überwiegend auf hartem Boden auf, wird entsprechend hartes, gutes Horn nachgebildet, und in Zukunft bleiben Abrieb und Hornwachstum im Gleichgewicht. Bis dahin sollte man bei der Nutzung des Pferdes entsprechend vorsichtig sein, eventuell vorübergehend Hufschuhe zum Reiten verwenden, aber das Pferd trotzdem viel bewegen, um das Hornwachstum anzuregen.

 
 © 2009 Hartmann
Stand: 03. Okt 2009