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Impfung (Tollwut, Tetanus, Influenza, Herpes)
Die
Fohlen des heurigen Jahrganges werden bald abgesetzt und die ersten
Schutzimpfungen Wenig
schützt das Pferd vor den Problemen diverser Krankheiten so leicht und effektiv
wie eine Schutzimpfung. In unseren Breiten sind Impfungen gegen Tollwut-, Grippe-,
Tetanus- und Herpes- Was
verursacht eine Schutzimpfung im Körper des Tieres und wie funktioniert sie ? Man
stelle sich ein Virus, also einen Krankheitserreger, als mehr oder weniger
kompliziert gebautes Gebilde dar. Jedes Virus hat eine spezielle Form, z.B. rund,
oval oder 12 eckig. Das
Immunsystem lernt durch den Kontakt mit einem Virus dieses zu erkennen und
entsprechende Antikörper auf den Weg zu schicken. Im Gedächtnis des
Immunsystems bleibt dieses Wissen für Diesen Mechanismus macht sich nun der Mediziner bei der Schutzimpfung zu Nutzen. Totes Virus, manchmal auch
nur die spezielle Hülle des Erregers, wird dem Tier injiziert. Das Immun- Um
einen optimalen Immunitätsaufbau zu bewirken ist am Anfang zur Grundimmunisierung
eine Zu
Beginn eines Pferdelebens erhält das Fohlen über die erste Muttermilch
entsprechende Antikörper direkt übertragen. Der Verdauungstrakt des Fohlens
ist aber nur in den ersten 12 bis 24 Stunden in der Lage diese Antikörper in
den Blutkreislauf zu leiten. Es ist deshalb besonders wichtig, dass die Fohlen möglichst
früh genügend Milch aufnehmen und dass diese sogenannte Kollostralmilch genügend
Anti- Es
können aber auch nur jene Antikörper von der Mutter auf das Fohlen
weitergegeben werden, die die Mutter selbst vorher auf Grund von Impfungen
gebildet hat. Eine vollständige und sachgemäße Schutz- Das
Problem liegt nun vor allem darin, dass, sollten noch genügend mütterliche
Antikörper vorhanden sein, diese Impfung erfolglos – ja sogar kontraproduktiv
ist. Es werden nämlich keine neuen Antikörper provoziert, sondern die mütterlichen
verbraucht und das eigene Immunsystem, weil noch nicht konditioniert, nicht zur
Produktion neuer angeregt. Es
wäre daher ratsam erst später mit den Impfungen zu beginnen. Sind aber nun von
Anfang an wenige mütterliche Antikörper vorhanden, so entsteht durch dieses längere
Warten ein schutzloser Zeitraum für Dementsprechend
unterschiedlich sind die Angaben zur optimalen Grundimmunisierung. Allgemein
gültig scheint aber, dass in gefährdeten Beständen, dieses sind vor allem Ställe
mit viel Pferde- Neben
der Art der Aufzucht und der mütterlichen Vorgeschichte ist der lokale
seuchenhygienische Standort entscheidend für Art und Inhalt notwendiger
Schutzimpfungen. In
Gebieten, wo Tollwut aufgetreten ist, wird es vorteilhaft sein,
auch die Pferde gegen Tollwut zu impfen. Das Virus breitet sich von der
Eintrittspforte, meist Bisswunden oder Schleimhautverletzungen, entlang der
Nerven aus und befällt das Gehirn. Tetanus ist eine überall
vorkommende, seltene, aber fast immer tödlich verlaufende Krankheit. Diese
Schutzimpfung ist nicht nur für das Pferd dringend zu empfehlen, sondern auch für
alle jene Personen, die viel mit Pferden zu tun haben. Der Tetanuserreger ist
ein Toxin- (Giftstoff) produzierendes Bakterium. Besonders fatal sind die von
diesem produzierten Sporen, die wie jene von Pilzen jahrelang im Boden
verharren und überleben, dann in entsprechendem Milieu – feuchte,
kleine, verschlossene Wunden – wieder akitv und krankmachend werden können.
Die erste Wunde ist bereits beim neugeborenen Fohlen der Nabel. Und dann sind
gerade beim Pferd immer wieder kleine Verletzungen an den Beinen optimale
Eintrittspforten. Influenza ist die am weitesten
verbreitete Infektionskrankheit beim Pferd. Husten, Schnupfen und
Halsbeschwerden mit unterschiedlich hohem Fieber sind die klassischen
Symptome. Ähnlich der Grippe beim Menschen ist die Übertragung durch die Luft
sehr leicht. Auch die Symptome sind ähnlich. Regelrechte Seuchenzüge können
fast jedes Jahr während der Turniersaison beobachtet werden. Herpes ist ein äußerst, wie auch
beim Menschen, unangenehmes Virus. Dieser Erreger hat eine besondere Vorliebe für
Schleimhäute und Nervengewebe. Er verändert auch ständig sein Äußeres, ist
in verschiedenen Typen vorhanden und daher für Antikörper nur schwer
erkennbar. Das Herpesvirus verbirgt sich oft wochen- und monatelang reaktionslos
in Schleimhäuten und wird bei Streßsituationen oder Immunschwäche
wieder aktiv. Auch die menschliche Fieberblase wird von Herpesviren verursacht.
Wer einmal eine aufgeschnappt hat, bekommt sie immer wieder. Grundimmunisierung zweimal im
Abstand von 4 bis 6 Wochen. Auffrischungen alle 4 bis 6 Monate. Optimal geimpfte
Mutterstuten sollen zweimal im 4. und 7. Trächtigkeitsmonat nachgeimpft werden.
Zusätzliche Impfungen von Tetanus und Influenza 6 Wochen vor der Geburt erhöhen
den Antikörper in der Kollostralmilch. Die dritte, und bis
vor kurzem am wenigsten beachtete Form ist die chronische Entzündung im
Verlauf von Nervenbahnen. Als Folge dieser schmerzhaften Veränderungen
treten Lahmheiten auf, deren Ursache nur sehr schwer erkannt werden können. In
letzter Zeit scheint dieser Aspekt vermehrt dafür herhalten zu müssen, wenn
sonst keine Ursachen einer Lahmheit festgestellt werden können. Das geht
soweit, dass sogar die Herpesimpfung als Auslöser solcher Symptome vermutet
wird und damit die Impfung in Verruf gebracht wird. Diese komplementärmedizinischen
Theorien sind durch nichts nachgewiesen. Und eine derart hochfieberhafte und das
gesamte restliche Leben beeinflussende Krankheit scheint mir nicht dazu angetan,
komplementärmedizinische Theorien auszuleben und Schutzimpfungen ins schlechte
Licht zu rücken. Nicht jede Lahmheit, für die bei der ersten Untersuchung
keine Ursache zu finden ist, wird durch eine Herpesinfektion oder –impfung
verursacht. Wir
hier mit unserer westlich orientierten Ausbildung sind dazu nicht im Stande und
sollten daher auf einen optimalen Impfschutz achten. Nur so können wir unsere
Pferde im Rahmen eines Gesundheits- managements gesund erhalten und größere
Seuchenzüge verhindern. Das eine sollte auch bewußt werden, dass nur ein
ausreichender Impfschutz gewährleistet werden kann, wenn der gesamte Bestand
(Stall) geimpft wurde und die Impfungen zeitgleich bei allen Pferden
durchgeführt werden.
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© 2009 Hartmann
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