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Kreuzverschlag

 

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Kreuzverschlag

Kreuzverschlag ist eine Erkrankung der Muskulatur.
Es gibt viele Namen dafür, wie Lumbago, Schwarzhornwinde oder Feiertagskrankheit.
In der Fachsprache verwendet man den Begriff “Bewegungsbedingte Myopathien”.

Diese bewegungsbedingten Myopathien betreffen in den meisten Fällen die Bereiche der Kruppen- und Oberschenkelmuskulatur. Liegt jedoch eine schwere Form vor, kann sogar das Zwerchfell oder der Herzmuskel inbegriffen sein.

Hervorgerufen wird die Erkrankung, wenn der Stoffwechsel im Bereich der Muskulatur aus seinen geordneten Bahnen läuft und eine Schädigung der Muskelzellen bewirkt.

Der Stoffwechsel entgleist, wenn zum Beispiel ein Pferd ein oder zwei Tage nicht belastet wird, jedoch weiterhin sein Kraftfutter, also Kohlenhydrate in großen Mengen, erhält.
Kritisch wird es jetzt, wenn das Pferd nach der Pause und der Aufnahme von Kohlenhydraten wieder stark belastet wird. Es geschieht folgendes:

 Die mit dem (Kraft-) Futter aufgenommenen Kohlenhydrate dienen der Muskulatur als Energiequelle. Wird dem Körper zuviel davon zugeführt, speichert dieser die Kohlenhydrate in der Form von Glycogen in den Muskeln, praktisch als Reserve.
Wird das Pferd nun schlagartig belastet, versucht der Körper, aus dem Glycogen wieder Kohlenhydrate zu gewinnen, um diese den Muskeln zur Verfügung zu stellen. Die gelingt jedoch nicht, da die Reserven an Glycogen zu schnell abgebaut werden.
Dadurch wird das Muskelgewebe übersäuert und als Folge der Übersäuerung werden
Muskelfasen zerstört. Die zerstörten Muskelfasern sondern dabei ihren roten Farbstoff, das Myoglobin, ab. Das Myoglobin wird in den Nieren ausgeschieden und färbt den Urin schwarz - braun.

 Diese Stoffwechselentgleisung wird noch durch tiefe Außentemperaturen begünstigt.

Sollte das Pferd weiterhin belastet werden, so kann es passieren, daß es mit der Hinterhand einknickt und stürzt. Alle betroffenen Muskelpartien werden bretthart, schwellen an und sind extrem schmerzempfindlich bei Berührung. Durch die Schmerzen bedingt, ähneln schwere Fälle einer Krampfkolik.

Puls- und Atemfrequenz steigen an, die Körpertemperatur erhöht sich auf etwa 39°C.
Der Tierarzt (unbeding zu rufen !) kann mit einer Blutuntersuchung die Diagnose stellen.

Sobald ein Pferd erste Anzeichen einer Muskelerkrankung zeigt, muß sofort die Arbeit
eingestellt werden. Erst wenn das Pferd sich beruhigt hat, kann es langsam zum Stall geführt werden. Das Tier sollte warm gehalten werden (Decken) und Wasser in reichlicher Menge angeboten bekommen. Für die Durchblutung kann zum Beispiel Camphersalbe aufgetragen werden.

Auf den Tierarzt nicht verzichten, da gerade bei Myopathien mit Folgeschäden gerechnet werden muß.


Anzeichen:

Wenn das Pferd nach einigen Ruhetagen zum ersten Male wieder gearbeitet wird, setzt die Erkrankung nach etwa 10-30 Minuten ein.
Schweißausbrüche
keuchende Atmung
Das Pferd geht steif und klamm. Grund: Durch den Abbau von Glykogenen im Muskel entstehen Stoffwechselprodukte, die die Muskulatur angreifen und in fortgeschrittenem Stadium komplett zersetzen.
Die Hinterhand versteift sich und die Schritte werden kürzer
Die Muskulatur an Rücken und Kruppe ist bretthart.
Der Urin verfärbt sich rot- bis dunkelbraun.


Ursache:
Mangelnde Bewegung bei unverminderter Fütterung.


Maßnahmen:

Tierarzt rufen!!!
Das Pferd darf keinen Schritt mehr gehen. (je nach dem wo es passiert muss das Pferd in einem Transporter zurück in den Stall gebracht werden)
Das Pferd warm eindecken!!
Warme Umschläge oder Wärmeflasche auf die Lendengegend legen. Tipp. Wenn das Pferd keine Angst vor Luftmatratzen hat, kann man diese mit heißem Wasser füllen und dem Pferd überlegen!
Temperatur kontrollieren um Verbrennungen zu vermeiden!

 

 
 © 2009 Hartmann
Stand: 04. Okt 2009