
Zu
frühes und heftiges Anreiten provoziert Überbeine
Meist
wird behauptet, das Pferd habe sich dort “gestoßen”, doch die Ursache ist
eine ganz andere! Zu heftiges Anreiten verursacht die Entstehung von Überbeinen
an der Innenseite der Röhrbeine.
Ist das junge Pferd noch nicht ausreichend gekräftigt und angemessen durch Boden-
arbeit vorbereitet, bevor der Reiter es die ersten Male besteigt, so resultiert
daraus
ein breitbeiniges Fußen, um das Gewicht des Reiters auszubalancieren.
Kommt hierzu noch heftiges Bocken oder Durchgehen mit dem zusätzlichen
Gewicht,
so werden die an der Innenseite des Röhrbeins gelegenen Griffelbeine des
Pferdes
durch Sehnenzug stark überstrapaziert und reagieren mit der Bildung von Überbeinen.
Diese können am Röhrbein anwachsen und nur als “Schönheitsfehler” bestehen
bleiben, sie können aber auch als “innere Überbeine” unter einen dicht am Röhrbein
gelegenen Sehnenapparat, den Fesselträger, wachsen und eine chronische
Lahmheit
verursachen.
Charakteristisch hierfür ist, daß ein junges Pferd nach dem Anreiten plötzlich
allen Schwung
verliert und stumpf und lustlos geht. Wieder ein Grund mehr, sich beim Anreiten Zeit
zu
nehmen und das Pferd wirklich erst dann zu besteigen, wen es sowohl körperlich
(Kondition, Muskulatur) als auch psychisch in der Lage ist, das Reitergewicht zu
verkraften.
Die vielfach geäußerte Empfehlung, ein Pferd anzureiten, bevor es Kondition und
Muskulatur aufgebaut hat, weil es dann nicht so ausdauernd und heftig bocken könne,
ist u.a. auch aus
diesem Grund strikt abzulehnen.
