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Der tägliche Umgang mit Deinem Pferd

 

Wer die Möglichkeit hat, Pferde auf der Weide zu beobachten, kann sehen wie Pferde sich im Spiel, bei Rangeleien und im allgemeinen verständigen. Die Voraussetzung für das Arbeiten mit dem Pferd ist zu verstehen, wie Pferde untereinander kommunizieren. 
Auch wir Menschen senden permanent Signale aus, welche durch das Pferd interpretiert werden. Dabei wird jede Bewegungen, unsere Körperhaltung, die Stimme und der Klang ausgewertet.
Diese Faktoren entscheiden, ob ein Pferd einen als ranghöhere Respektsperson oder rangniedriger einstuft. Es ist unbedingt wichtig sich stetig bewußt zu bewegen. 
Die selbstbewußte Haltung, ein fester Schritt und eine sichere Stimme gehören dazu.
In jeder Situation muß uns das Pferd als ranghöher akzeptieren und es spielt absolut keine Rolle, ob wir uns einem kleinen Fohlen oder einem Hengst nähern. Hat das Pferd erst einmal seine Stärke uns gegenüber erkannt  - haben wir verloren und die Probleme fangen an! Erst meist mit kleinen Rangeleien und dann später mit groben Widersetzlichkeiten. Die Rangordnung kann aber nicht durch Gewalt erzwungen werden, da durch Gewalt das Vertrauen zerstört wird und die Angst/Panik vorherrscht! 
Es ist ebenfalls immer zu empfehlen das Pferd zu beobachten und im Auge behalten. 
Pferde kündigen ihre Aktionen an! Ob Angst, schlechte Laune oder gar Kampfbereitschaft.
Egal was wir mit den Pferden machen, Putzen, Führen, Füttern, Longieren oder Reiten, alles sollten wir sehr bewusst machen und nicht durch Routine unaufmerksam werden. Selbst bei so alltäglichen Dingen wie dem Führen. Auch hier gilt, dass das rangniedere Pferd das Ranghöhere (uns) nicht überholen oder gar die Regie übernehmen darf. Schon beim ersten Anzeichen muß das Pferd sofort korrigiert und an seine Position erinnert werden. Kurzer Zug am Führstrick, Anhalten und Rückwärtsrichten oder ähnliches. Das Pferd muß, wenn wir stehen bleiben, ebenfalls sofort stehen  bleiben.
Konsequenz ist also bei jeglicher Arbeit der oberste Grundsatz. Es gibt kein Vielleicht, nur ja oder nein. Wollen wir also etwas von unserem Pferd, müssen wir dafür Sorgen das es es auch tut, auch wenn es länger dauert! Verlange aber niemals etwas, was für Dein Pferd unmöglich ist, oder dem Ausbildungsstand nicht entspricht. Bei Überforderung entsteht Angst und das hätte zur Folge, dass das Vertrauen verloren geht.
Manchmal ist auch der Reiter an dem Misslingen einer Übung schuld, wenn er zum Beispiel einen Sprung anreitet und der Reiter selbst Angst hat und diese sich auf das Pferd überträgt. Hier sollte der Reiter erst einmal an seiner  eigenen Angstbewältigung arbeiten. Sollte sich das Pferd kurzfristig mal aufregen, zum Beispiel im Gelände, dann mußt Du selbst die Ruhe bewahren und versuchen Deine Ruhe auf das Pferd zu übertragen. 
Konsequenz heisst aber auch zu entscheiden, was darf mein Pferd und was nicht. Dabei dann zu bleiben und nicht nach Lust und Laune zu entscheiden. Es gibt Dinge die nicht direkt eine Verletzung der Rangordnung bedeuten, trotzdem aber unangenehm werden können. Wühlt das Pferd uns gerne mit dem Mund in den Haaren, so kann dies als Freundschaftsbeweis geduldet werden. Aber Vorsicht, wird daraus Fellpflege mit den Zähnen kann dies sehr schmerzhaft werden und zu ernsthaften Verletzungen führen! Niemals aber sollte man es zulassen das ein Pferd sich an uns scheuert. Wir sind kein Pfosten in der Erde und kein Baumstamm. Von uns aus mal das Pferd an einer Stelle kratzen, welche juckt ist wiederum unser Freundschaftsbeweis
Nur wer das Pferd als besten Freund sieht, kann es auch schaffen, dass das Pferd einen auch als Freund akzeptiertes 

Praktisch ergeben sich dazu einige wichtige Regeln:

Häufiger freundlicher Kontakt
Freundliche Begrüßung/ freundlicher Abschied
Beende die Reitstunde immer mit etwas positivem, niemals im Streit beenden. Lektionen, welche nicht sicher geleistet werden können gehören in die Mitte der Stunde
Strafe, nur wenn es sein muß und nur kurz, niemals in Wut oder Zorn
Nach Strafe folgt stets die Versöhnung
Jede Reitstunde mit Lob und Belohnung beenden
Dulde keine unfreundliche Behandlung des Pferdes von Anderen

 

 
 © 2009 Hartmann
Stand: 24. Februar 2009